Freitag, 5. Juni 2026

Blåhäll ohne Kampfmittelräumdienst

Das Einchecken war schon kurios und das Auschecken nicht minder. Wir telefonierten mit dem Manager, der, wie sich herausstellte krank war und bekamen den Code für einen kleinen Tresor an der Rezeption am Camping Tofta. Eine Karte verhalf uns die Schranke zu öffnen und in das Waschhaus mit Duschen zu gelangen. Der Bulli parkt auf dem fast leeren Areal direkt an der Waterkant, wird angestöpselt und hat Strom. Top!
Zahlen tun wir nicht, sondern der Aushilfsstudent, der zum ersten Mal hinter der Theke steht und den Manager "vertritt", lässt sich von mir meine Email Adresse notieren und die Nummer des Stellplatzes; wir bekämen eine Mail mit der Rechnung. Bin gespannt!

Den Bulli lenken wir über Schotterpisten die Westküste hoch und frühstücken solange es nieselt am Kliff. An einer Stelle südlich Blåhäll wagen wir den Weg die Steilküste hinunter. 


In Deutschland hätten wir den Kampfmittelräumdienst gerufen. Hier und in Anbetracht der Menge an Material, welches Kriegsparteien in die Meere geworfen haben, fotografieren wir die dubiosen Kugeln und lassen sie an Ort und Stelle.



Die traumhaften Korallen nehmen wir natürlich mit.

Unser nächstes Ziel ist Camping Strandby nördlich von Visby. Die direkte Strecke ist uns verwehrt, weil der Bulli in ein Militärgebiet reingerät. Das Navi sagt nix. Erinnert uns an die Übungsplätze in Dänemark... vor 15 Jahren... 
Die Schweden hatten Gotland schon abgerüstet, sich aber auf Grund der neuen politischen und militärischen Situation mit dem grossen östlich gelegenen Nachbarn umentschieden... dabei gibt es etliche Bunker, die bereits zu Ferienwohnungen umfunktioniert worden sind. 

In Visby ist heute ein grosser Tag für die Studenten, die ihren Abschluss in der Tasche haben. Ein Umzug auf Treckern und Lastern mit lauter Musik und Gegröhle ist auf unserem Campingplatz zu hören.



Donnerstag, 4. Juni 2026

Leuchttürme, eine Seemine und ein Fünfeck-Tisch

Wir zahlen den Campingplatz in Ljugarn bei der Abfahrt. Noch scheint die Sonne.
Am Näs Fyr wird es schon ungemütlicher. Am Gelände des Leuchtturmes finden wir eine "entkernte" Seemine.

Der nette Herr am Eingang zum Museumsbauernhof Bottarve erlässt uns den Eintritt, da wir weder mit Swish (dazu müssen wir schwedisch sein und eine schwedische ID haben) noch bar in Kronen zahlen können. EUR wollte er partout nicht haben. 
Das Hauptbauernhaus ist aus dem 19. Jahrhundert und noch original eingerichtet. Mir hat es der 5-eckige Spiele-Tisch angetan. 5 Ecken sind mit dem Zirkel nicht einfach zu konstruieren.

Hoburgs Fyr hat auch geschlossen und wir machen unter dem Leuchtturm Mittagspause.

Wegen der Fossilien fahren wir bis an die Steilklippen im Süden. Die Seelilienstile sind hier gesteinsbildend! Top! Es ist demzufolge unmöglich KEINE Fossis zu finden. Eine Knopfkoralle drängt sich uns noch auf. 




Mittwoch, 3. Juni 2026

Digerhuvud, Schotterpisten, Windmühlen, Zementwerk und Seelilien

In der Nacht waren es im "Dachgeschoß" 11 Grad. Bereits um 8.30 Uhr ist es so warm im Bulli, dass wir aus den Federn kriechen. Die Sonne scheint!

Vom Campingplatz zum Küstenabschnitt Digerhuvud auf Fårö holpert der Bulli über Schotterpisten und Cattle gratis.

Die silurischen Korallen sind allgegenwärtig. Eine Schnecke finden wir auch.


Den "Hund" am Gamla Hamn schauen wir uns noch an.


Wir kaufen im Ica an der Fähre in Fårösund ein; ein anderer Luftgekühlter klumpt sich mit dem Bulli. Der Fahrer des Käfers winkt uns freundlich zu.

Bei Slite schauen wir uns das Loch an, welches durch den Abbau der Riffkalke entstanden ist. Heidelberg Materials baut ab und verarbeitet den Kalk in Drehöfen mit viel Energie zu Zement und das rund um die Uhr.


"Lau Backar", der Klassiker auf Gotland, ist unser nächstes Ziel. Die Fundstelle ist ein Hügel mit einer Windmühle obendrauf. Am Strassenaufschluss - von Sammlern im Mergel heftig bearbeitet - finden wir Seelilien-Bruchstücke in rauen Mengen. Wir befinden uns wieder geistig vor - 420 Mio Jahren - im warmen Meer voller Korallen und Seelilien am Äquator. Wieder nicht im Anstehenden graben oder schlagen! Wir sammeln die Reste. Reicht für ein Marmeladenglas. 2 kleine Brachiopoden sind auch noch beim Fang dabei.



In Ljugarn checken wir selbst auf dem Campingplatz ein, weil keiner mehr an der Rezeption ist. Wir probieren aus, ob auf der Leitung Strom ist, nehmen uns 2 Duschkarten und parken.